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Einkaufen mit dem blauen Taster

Mit der „Unterstützten Kommunikation“ zu mehr Eigenständigkeit

Psychologisch-Heilpädagogischer Fachdienst
Das St. Josefs-Stift ist eine „bebilderte“ Einrichtung: Alle Gebäude, die Arbeits- und Therapiebereiche, Kantine und alle Büros sind mit Symbolbildern und Fotos der darin arbeitenden Mitarbeiter gekennzeichnet. Es hängen bebilderte Speisepläne aus, in den Wohngruppen sieht man Tages-, Wochen- und Ämterpläne mit Symbolen und bebilderte Dienstpläne.

Diese und viele andere Hilfsmittel gehören zum großen Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK), der im St. Josefs- Stift ein wichtiger Stellenwert eingeräumt wird. Symbole und Bilder sollen den nichtsprechenden Bewohnern die nötigen Informationen liefern, ihnen die Kommunikation erleichtern und damit ein höheres Maß an Selbstbestimmung ermöglichen. Die Unterstützte Kommunikation kann deshalb nur in der guten Zusammenarbeit mit allen Lebensbereichen und Bezugspersonen  gelingen.

Dabei sollen die unterschiedlichsten Hilfsmittel aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation die kommunikativen Möglichkeiten von Menschen, die sich durch Einschränkung in der Lautsprache noch nicht, nicht mehr oder nur schwer verständlich ausdrücken können, ergänzen oder ersetzen.

Sich Zeit nehmen und zuhören ...

Psychologisch-Heilpädagogischer Fachdienst
Die Unterstützte Kommunikation erfordert vor allem eine Haltung, mit der wir nichtsprechenden Menschen begegnen: sie zeugt von einem echten Interesse an der Person und den Inhalten, die uns dieser Mensch mitteilen will: in welcher Form auch immer (mit Körpersprache, Zeichen oder Gebärden) oder in welcher Funktion auch immer (im Mitteilen von Erlebnissen und Gefühlen, im Einfordern von Aufmerksamkeit oder im Ausdrücken des Protests).

Das bedeutet, sich Zeit nehmen, um den anderen kennen zu lernen, seinen individuellen Wortschatz zu ermitteln und für ihn die passenden Kommunikationsmittel  herauszufinden, herzustellen und ständig zu aktualisieren. In einem ersten Schritt ist es wichtig herauszufinden, wo im Alltag des Betreffenden sich Interessen und Mitbestimmungsmöglichkeit finden lassen. 

Hilfsmittel im Einsatz

Dies kann z.B. eine Auswahltafel für das Frühstück sein. Für andere ist eine bebilderte Einkaufshilfe für den Einkauf am stiftseigenen Kiosk oder in Geschäften außerhalb des Stiftgeländes wichtig. Andere benötigen eine bildliche Auflistung der nötigen Tätigkeiten, die das selbstständige Waschen oder Anziehen, das ordentliche Saubermachen des eigenen Zimmers oder z.B. das Kochen einer Lieblingsspeise ermöglicht.

Es gibt auch Bewohner, die sich mit Hilfe der heilpädagogischen Assistenz eine Symbolmappe erarbeitet haben: In ihr spiegeln sich alle wichtigen Lebensbereiche wie z.B. die Familie, die Wohngruppe, der Arbeitsplatz, die Hobbys oder der Jahreskreis wider. Die Mappe hilft dem nichtsprechenden Bewohner, mit Anderen in Kontakt zu treten.

Einzelne Bewohner, die in ihren Bewegungen eingeschränkt sind, besitzt ein Sprachausgabegerät. Mit dem Taster können sie Texte, Geräusche oder Musik, die vorher aufgesprochen wurden, auf Knopfdruck wiedergeben. Damit können auch elektrische Geräte wie z. B. ein Radio, eine Küchenmaschine oder ein Ventilator bedient werden.

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Der B.A.Bar spricht für Michael G.
Ein anderes wichtiges Hilfsmittel der Unterstützen Kommunikation ist z. B. der B.A.Bar, mit dem durch das Ablesen eines Strichcodes die Symbolmappe, Bilderbücher oder der Tagesplan
zum Sprechen gebracht werden, oder die „Gestützte Kommunikation“ (FC). Auch das Erlernen von Gebärden, die lautsprachlich unterstützt werden, zählt zur Unterstützten Kommunikation, die die Heipädagoginnen den Bewohnern im Stift anbieten.

Mechthild Arnold