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Was ist, wenn man zum Aldi will? Mobilität als Voraussetzung zur selbstbestimmten FreizeitgestaltungMit dem Zug nach Hause fahren oder mal ohne MitarbeiterInnen nach Würzburg zum Bummeln gehen – dieser Wunsch einiger Bewohnerinnen und Bewohner des St. Josefs-Stifts brachte den heilpädagogischen Fachdienst vor 10 Jahren auf die Idee, ein Mobilitätstraining für die Bewohnerinnen und Bewohner anzubieten. Es ermöglicht ihnen, alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Würzburg zu fahren oder ihre Angehörigen mit dem Zug in Aschaffenburg oder Fulda zu besuchen.
Auf der Basis des Mobilitätskonzeptes des Zentrums für Körperbehinderte in Würzburg-Heuchelhof und dem Konzept des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) entwickelten die Heilpädagoginnen des St. Josefs-Stift 1997 ein Programm, das auf die Bedürfnisse erwachsener Menschen mit einer geistigen Behinderung zugeschnitten ist.Verkehrssicherheitstraining Das Konzept beinhaltet neben einem Verkehrssicherheitstraining auch die Einübung sozialer Kompetenzen. Beide Komponenten sind wichtige Vorbedingungen, um sich im Straßenverkehr bewegen zu können. Erst wenn sich Menschen alleine und ohne Begleitung im Verkehr und in der Öffentlichkeit sicher bewegen können, ist es ihnen möglich, die Freizeit außerhalb des geschützten Rahmens der Einrichtung selbstständig zu gestalten. Über die Verkehrserziehung hinaus soll das Mobilitätstraining auch Verhaltensweisen fördern,die Menschen mit Behinderung befähigen, ein Stück mehr Lebensqualität und Normalität zu erlangen. In Abstimmung mit den Angehörigen, Betreuern und Mitarbeitern der Wohngruppe üben die Heilpädagoginnen mit den einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern die Busfahrt nach Würzburg, die Orientierung in der Innenstadt, das Straßenbahnfahren, das Ansprechen fremder Personen (um diese um Auskunft zu bitten), das Telefonieren (mit dem eigenen Handy oder aus öffentlichen Telefonzellen), das selbstständige Einkaufen und was der einzelnen Person sonst noch wichtig ist, ein. Auf Wunsch von Bewohnerinnen und Bewohnern bieten die Heilpädagoginnen auch das Einüben des Zugfahrens in den Heimatort an (z.B. Aschaffenburg und Fulda). Im Lauf der Zeit wurde deutlich, dass auch ein Bedarf für ein Mobilitätstraining innerhalb Eisingens, zum ALDI oder zum EDEKA, besteht. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Außenwohngruppen in Hettstadt und Waldbrunn nutzen die Möglichkeit, zusammen mit den Heilpädagoginnen ihren Wohnort kennen zu lernen und dadurch ihre Selbstständigkeit zu erweitern.
MobilitätsscheinDas Mobilitätstraining endet immer mit einem Praxistest durch die zuständige Heimleitung. Nach bestandener Prüfung bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Mobilitätsschein ausgestellt, der die geübten Wege und Ziele beschreibt und vom Prüfling und der Heimleitung unterschrieben ist. Seit 1997 haben 29 Personen den Mobilitätsschein für Würzburg erfolgreich bestanden und 18 Personen haben bis jetzt den Mobilitätsschein für Eisingen, Hettstadt oder Waldbrunn erworben. Stammtisch: PizzeriaAls besonderes Angebot für die Eisinger Mobilitätsscheinbesitzer findet einmal im Monat in der örtlichen Pizzeria SALERNO ein abendlicher Stammtisch statt. Alle können selbstständig kommen und gehen – ganz nach Lust und Laune – und haben dabei Gelegenheit, Kontakte untereinander und mit Menschen aus Eisingen zu knüpfen. Das Treffen wird von zwei Heilpädagoginnen begleitet, die bei der Essensauswahl, beim Bestellen und Bezahlen und wo es sonst noch gewünscht wird, assistieren. Inge Göttel, Beate Obst, Ruth Hofmann
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