Erinnern gehört zum LebenBiographiearbeit für Menschen mit Behinderung „Es war einmal …“ - Wer erzählt nicht gerne von früher, von sich und seiner Familie oder vom Nikolausabend daheim. Das griechische Wort Bio-Graphie heißt Lebens- Darstellung oder Lebens-Aufzeichnung. Jeder Mensch hat seine ganz persönliche, einzigartige und kostbare Lebensgeschichte.
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| Biographiebuch: Dem eigenen Leben nachspüren |
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Sich selbst mit seiner persönlichen Geschichte wahrzunehmen und über das eigene Leben zu berichten, gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Beim Erinnern lernt sich der Mensch ein Stück besser kennen, verstehen und annehmen. Dies fördert seine soziale Integration und hilft auch dabei, andere besser zu verstehen und zu akzeptieren.Im St. Josefs-Stift bietet der „Erinnerungsclub“ Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zur Biographiearbeit. In einer Kleingruppe von bis zu vier Bewohner bildet zunächst das Erleben den Einstieg für das Erinnern. Das Wiedererkennen und Erinnern durch Bildern, Gegenstände, Musik, Gerüche oder eines vertrauten Geschmacks hilft, sich in Gedanken in die Kindheit und Jugend zurück zu versetzen und persönlich wichtige Erlebnisse nach zu erleben. Will ich mich überhaupt erinnern? Tut es mir gut mich zu erinnern? Wie intensiv will ich etwas nacherleben? Vielleicht will ich Geschehnisse nicht besprechen: all das entscheiden die Teilnehmer selbst. Manchmal dauert es bis zu einem Jahr, bis ein Teilnehmer sein Erinnerungsprojekt beendet.
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| "Kaffeeklatsch": Erzählen mit Symbolmappen |
Die Einstimmung und Anregung mit Materialien aus der „guten alten Zeit“ geschieht durch die Heilpädagogin. Die Gestaltung der Erinnerungsmappen ist dagegen die Sache der Teilnehmer. Beim Erzählen von Erlebnissen wird das beschrieben, was dem Teilnehmer wichtig ist, und was in seiner Erinnerungsmappe festgehalten werden soll. Manches darf nicht aufgeschrieben werden, denn manche schmerzliche Erlebnisse können nur in diesem ganz vertrauten und geschützten Rahmen erzählt werden. Schön ist es, wenn persönliche Fotos vorhanden sind, um das Erzählte anschaulich zu gestalten. „Ich-Buch“
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| "Zuhause waren wir neun Geschwister" |
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Auch für Menschen mit schwerer Behinderung ist Biographiearbeit möglich. In einem „Ich-Buch“, einem Anschau- und Zeigebuch, werden Lebensabschnitte, Vorlieben und Hobbys festgehalten. Dieses Erinnerungsbuch ist ein Hilfsmittel der „Unterstützten Kommunikation“, mit dem sich der Bewohner selbst beschäftigen kann. Es regt aber besonders zum gemeinsamen Anschauen und zum Kommunizieren an.Mechthild Arnold, Jutta Herschke-Heeg
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