Konzept Künstlergruppe "Alte Waschküch" Zuerst war da eine Idee. Zugrunde lagen dieser Idee Begriffe wie: “selbstbestimmtes Leben”, “Integration”, ”Lebensqualität”, oder “Kreativität”. Auf dieser Grundlage entwickelte der Heilpädagoge Dieter Roth Anfang der 90er Jahre das Konzept einer Kunstwerksatt, für das die Leitung des St. Josefs-Stifts offene Ohren hatte. Nachdem die positiven Auswirkungen auf die Persönlichkeit der KünstlerInnen deutlich wurden, begann man nun auch, sich mit den geschaffenen Werken verstärkt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es folgten bis zu sechs Ausstellungen jährlich, die die Künstlergruppe im gesamten Bundesgebiet, Österreich, und sogar in Frankreich ausrichtete. Die Kunstwerkstatt wuchs, und nach dem Ausscheiden der Kunsttherapeutin Gabi Dorst stieg als fester Mitarbeiter Stefan Leins ein, um den maltherapeutischen Ansatz weiterzuführen. In Kürze wird das Team durch die angehende Heilerziehungspflergerin Fr. Freitag verstärkt, die ihre praktische Ausbildung in der Kunstwerkstatt absolviert.
Wie arbeiten die KünstlerInnen der WfbM an diesem Ort? Momentan treffen sich 24 Werkstattgänger im Rahmen des begleitenden Dienstes in vier Malgruppen regelmäßig für 2 Stunden pro Woche. Die Techniken und Methoden, die in den Malgruppen angewendet werden, sind sehr umfangreich und auf die Künstlerpersönlichkeiten individuell ausgerichtet. Es entstehen, u. a. Skulpturen in Maskenbautechnik oder aus Ytong, Aquarell-, Öl-, Tusche-, und Fasermalerei, großformatiges Malen auf Leinen oder Holzfaserplatten, oder auch Drucktechniken. Ein Schwerpunkt in der Methodik liegt im “Ausdrucksmalen”. Das Malen ist hier eine Möglichkeit zur Selbsterfahrung, Erweiterung der eigenen Persönlichkeit und Entwicklung der Kreativität. |
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| © Stefan Leins |
| Gestaltung einer Betonfassade |
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Ausdrucksmalen soll den Weg zu den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen öffnen, soll helfen, sich selbst besser zu kennen und zu schätzen. Die Bilder zeichnen sich durch ihre Lebendigkeit, Farbigkeit und Wirkung aus. Dabei ist wichtig, daß diese Form der Malerei ihren Wert hauptsächlich im Prozess hat, in der Veränderung während der Arbeit. Die Zielorientierung richtet sich also nicht nach dem fertigen Produkt. Ausdrucksmalen ist ein Weg zum selbständigen und schöpferischen Menschen. Einige der ausdrucksstarken Bilder sind seit Februar im Treppenhaus der WfbM als Dauerausstellung montiert worden. Seit dem Jahr 2001 wurde in mehreren Austellungen gemeinsam mit studierten Künstlern, z.B. im Kloster Schmerlenbach und in der Frankfurter “Denkbar”, unter Beweis gestellt, daß die Kunst von Menschen mit Behinderung zunehmend an Akzeptanz gewinnt und inzwischen selbst von Kunstprofessoren, oder Domkapitular Lenssen respektiert wird. Das Konzept, mit studierten, bzw. etablierten Künstlern gemeinsam auszustellen, wurde auf dem großen unterfränkischen Kunstfest “Artbreit”, in Marktbreit, weitergeführt.Für die KünstlerInnen bedeutet dies eine Chance zur Integration in die Welt außerhalb der Einrichtungen. Wo auch immer für sie die Chance besteht, sich mit ihren ästhetischen Mitteln auszudrücken, können sie die Gesellschaft auf sich aufmerksam machen und aus der für sie festgelegten Rolle des “unmündigen Kindes” herauskommen. Im Spektrum Kunst kann das stigmatisierende Kennzeichen der Behinderung relativiert werden. Nicht der Wohlfahrtsempfänger steht im Focus, sondern der Mensch, der der Gesellschaft etwas zu geben hat! Wenn nach dem Zweck und der Motivation der Eisinger Kunstwerkstatt gefragt wird, antworten die beiden Assisstenten der KünstlerInnen gerne mit einem Zitat. Annedore Spellenberger beschreibt eine Kreative Werkstatt wie folgt:”...ein Ort, an dem schlicht und einfach Menschlichkeit miteinander zu erfahren im Vordergrund steht, wo Entwicklung möglich ist, wo Lachen und Freude, aber auch Trauer mit anderen intensiv erlebt und miterfahren wird. Wir helfen den Teilnehmern, ihre Kreativität zu wecken, zu fördern, da heißt aber auch verdrängte Bedürfnisse freizulegen, die ausgedrückt und ausgelebt werden wollen und trotzdem manchmal keine Erfüllung finden.” Bei Fragen erreichen Sie uns unter:
Stefan Leins Dieter Roth
Eisinger Werkstätte "Alte Waschküch`" Pfr.-Robert-Kümmert-Str. 1 97249 Eisingen
Tel. 09306 209-700 email
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