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Kooperationsprojekt mit der Landesanstalt für Weinbau und Garten
Gute Ideen fürs Stift
Als die dreißig Studierenden der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim das Gelände im St. Josefs-Stift Eisingen begutachteten, versank alles noch im tiefen Schnee. Baustellenfahrzeuge waren am Werk, um die letzten Mauerreste des abgerissenen Teilgebäudes der Eisinger Förderstätte zu beseitigen. Der Fantasie der zukünftigen Techniker im Garten- und Landschaftsbau taten diese Äußerlichkeiten jedoch keinen Abbruch. Nach kurzen Erklärungen durch die beiden Architekten Ernst-Paul Kolbe und Martin Simny, die den Neubau der Förderstätte planen und leiten, beschritten die Studierenden das Gelände, um sich selbst ein Bild davon zu machen. Dort knipsten sie Fotos, begutachteten das Geländegefälle und diskutierten die Örtlichkeit. Gestärkt mit vielen Eindrücken und Ideen kehrten sie zurück an die Landesanstalt, um Planungen für die Neugestaltung des freiwerdenden Gartenareals zu entwickeln.
Foto mit der Siegergruppe: (v.li.) Dr. Philipp Schönfeld, Rainer Schekulin, Andreas Schulte, Gabriel Thielsch, Katja Strauch, Bernhard Götz, Dr. Andrea Schödl

Ort der Begegnung

Die Aufgabe, die ihnen ihre Dozenten der Technikerschule für Garten- und Landschaftsbau der LWG, Andreas Schulte und Dr. Philipp Schönfeld, sowie die Öffentlichkeitsreferentin des St. Josefs-Stifts Eisingen, Dr. Andrea Schödl, für das rund 2000 Quadratmeter große Gelände stellte, war nicht einfach zu bewältigen. In einem Projektzeitraum von nur 14 Tagen sollten die dreißig Studierenden, die sich in insgesamt zehn Kleingruppen einteilten, ein Gartenkonzept entwickeln, das nicht nur die Funktion eines attraktiven Fest- und Theaterplatzes in sich vereinigte, sondern auch grüne Rückzugsräume für Menschen mit Behinderung bot. Gleichzeitig sollten die bereits vorhandenen Lokalitäten, wie das Café Cali (ein Bauwagenkiosk alla Peter Lustig) und das angrenzende Tiergehege integriert werden. Bei der Bepflanzung mussten sie darauf achten, nicht auf giftige Pflanzen zurückzugreifen und erwachsenengerechte Verweilangebote zu schaffen. Am schwierigsten war jedoch, dass das stark abfallende Gelände für Rollstuhlfahrer befahrbar sein sollte. „Tatsächlich bestand in der Hanglage die größte Hausforderung der Studierenden“, erklärte Dozent Andreas Schulte, „es musste eine Rampenlösung gefunden werden, die einerseits funktional zu sein hatte, aber auch gestalterischen Ansprüchen gerecht werden sollte.“

Präsentation

Die zehn Gartenkonzepte der dreißig Studierenden wurden am Projektende in einer informativen und kurzweiligen Präsentation den Verantwortlichen des St. Josefs-Stifts vorgestellt. Die Ergebnisse begeisterten alle Teilnehmer. Unter den verschiedensten Akzentuierungen von der „goldenen Weide“ über „Kreise der Sinne“ bis zur „Erlebnisarena“ arbeiteten die Studierenden innovative Lösungen für einen rollstuhlgerechten Hang aus, überlegten sich kreative Festplatz- und Bühnenideen, konstruierten innovative Beschattungs- und Beleuchtungskonzepte und entwickelten in den Sinnesgärten erwachsenengerechte Rückzugs- und Verweilangebote. Einige Gruppen berücksichtigten bei ihren Konzepten bewusst die Mitarbeit von behinderten Menschen bei der Anlage des Geländes: Sie schlugen vor, Sitzplätze in Gemeinschaftsprojekten zu bemalen oder im Mosaikstil zu gestalten. Andere fanden innovative Lösungen für die Bepflanzung der Sinnesgärten oder die notwendige Toilettenanlage.

Alle bis ins Detail kolorierten Pläne zeugten von einem großen Zeitaufwand, den die Studierenden in das Projekt gesteckt hatten. Das Team von Gabriel Thielsch, Katja Strauch und Rainer Schekulin, das nach einer informativen und kurzweiligen Beurteilungsrunde zum Gesamtsieger gekürt wurde, hatte zur Ausarbeitung ihrer Ideen in der Endphase eine ganze Nacht vor dem Computer verbracht. Auch die Nachplatzierten überzeugten mit ihren Ideen, so dass die endgültige Entscheidung über das zu verwirklichende Gartenkonzept noch schwer fällt. „Die Qualität ihrer Arbeit ist beeindruckend“, bedankte sich der Geschäftsführer des St. Josefs-Stifts, Bernhard Götz bei den Studierenden, „Die Spende für ihre Klassenkasse ist zwar nur eine kleine Anerkennung für ihre Leistung, aber wir werden alles daran setzen, damit wir ein Gartenkonzept tatsächlich in die Realität umsetzen können.“

 

Veröffentlicht: 07.06.2010 Andrea Schödl